An unseren «Tagen der Offenen Tür» werden von den interessierten Eltern immer viele Fragen gestellt, deren Antworten natürlich auch für andere Eltern von Bedeutung sein kann. Wir nutzen die Gelegenheit, hier die häufig gestellten Fragen (und ein paar andere noch dazu) schon einmal vorab zu beantworten.

  • Wie ist das mit dem Übertritt?
    • Die häufigste Frage.
      Und die am wenigsten beantwortbare Frage. Ein Übertritt in die Kantonsschule ist selbstverständlich möglich und wird auch von vielen unserer Schüler/innen gemacht. Die Schüler/innen werden auf diesen Übertritt gut vorbereitet, Probleme durch die unterschiedlichen pädagogischen Systeme sind bisher nicht aufgetreten.
      Aber man darf natürlich nicht vergessen, dass es um die Kinder geht, um einzelne Persönlichkeiten, und dass sich allgemeine Aussagen daher verbieten. Wir laden Sie jedoch gerne zu einem persönlichen Gespräch, zum Beispiel an einem «Tag der Offenen Tür» zu uns ein.
  • Ist Montessori konfessionell gebunden?
    • Nein.
      Träger der Montessori Schule Seetal ist eine Genossenschaft. Dass diese Genossenschaft bis Mitte 2010 die Räumlichkeiten vom Kloster Baldegg gemietet hatte ist zwar kein reiner Zufall (sondern hängt mit der Entstehungsgeschichte der Schule zusammen), bedeutet aber nicht, dass die Schule konfessionell gebunden wäre.
      Natürlich wird unsere christlich geprägte Kultur vermittelt, aber das ist normal, schliesslich wird in den Tibetan Children’s Villages, den Kinderhäusern des Dalai Lama, ja auch die buddhistisch geprägte tibetische Kultur vermittelt. (Der Dalai Lama ist grosser Montessori-Fan!)
  • Ist Montessori weltanschaulich gebunden?
    • Nein.
      Die Montessori-Pädagogik geht aus der Arbeit Maria Montessoris hervor, die sich um eine kindgerechte Erziehung bemüht. Dies ist ein Unterschied zu anderen Formen alternativer Pädagogik, in denen ein bestimmtes Weltbild besteht und versucht wird, die Kinder darin zu erziehen. (Ein Beispiel dafür wäre z.B. die Waldorf-Erziehung nach Rudolf Steiner)
  • Ist Montessori esoterisch?
    • Nein.
  • Ist Montessori eine Sekte?
    • Nein.
      Es kann aber sein, dass überzeugte «Montessorianer» sehr ausgedehnt über die Vorzüge der Montessori-Pädagogik berichten können. Das kann gelegentlich eigenartig wirken, ist aber lediglich Ausdruck der Begeisterung.
      Zu einer richtigen Sekte gehört eine verschlossene, quasireligiöse Gemeinschaft, ein enges Weltbild, die Einschüchterung von Abweichlern und ein mehr oder weniger wirres Ziel (Weltherrschaft,…).
      Das trifft auf Montessori natürlich nicht zu.
  • Ist Montessori eine Geldfrage?
    • Schwierige Frage.
      Es gibt ja ein konkurrierendes staatliches Bildungsangebot, das «kostenlos» ist. Es erfordert also schon ein gewisses Engagement, seine Kinder in eine Montessori-Einrichtung zu schicken, die «extra» kostet.
      Man kann nun lange überlegen, wie man diese Ungerechtigkeit aus der Welt schaffen könnte (z.B. mit «Bildungsgutscheinen» für Eltern, die dann ihre Kinder in eine Einrichtung ihrer Wahl schicken könnten) – man kann aber auch überlegen, welche Dinge im Leben wichtig sind.
      Die meisten Eltern geben an, für eine gute Ausbildung ihrer Kinder sorgen zu wollen, meinen aber damit den Besuch einer Universität. Vielleicht muss man sich klarmachen, dass die Ausbildung schon in der Vor- und der Primarschule beginnt und dort mindestens ebenso wichtig ist (wenn nicht wichtiger).
      In diesem Zusammenhang möchten wir gerne auf die Arbeit der Elternlobby verweisen, welche sich schweizweit für Bildungsvielfalt und Schulwahlfreiheit einsetzt.
  • Ist Montessori elitär?
    • Nein.
      Zwar sind, laut verschiedenen Quellen im Internet, auch die britischen Prinzen William und Harry in eine Montessori-Schule gegangen — aber das heisst ja nicht, dass Montessori nur für Prinzen ist. Im Gegenteil, man muss es vielleicht so sehen, dass es hier im Luzerner Seetal die Möglichkeit gibt, seine Kinder ebenso gut erziehen zu lassen, wie die Queen das mit ihren Enkeln tut.
  • Ist Montessori besser als andere Schulen?
    • Nun ja.
      Bei Diskussionen dieser Art liegt die Wahrheit oft im Auge des Betrachters. Für engagierte Montessori-Eltern ist Montessori besser als alles andere, für engagierte Rudolf-Steiner-Eltern sind es die Steiner-Schulen/Waldorf-Schulen und für den örtlichen Schulpräsidenten ist es natürlich die «eigene» Schule.
      Da dann neutral heranzugehen ist natürlich schwierig — und doch wurde es getan:
      In einem Artikel, welcher Anfang Oktober 2006 im äusserst renommierten Wissenschaftsmagazin «Science» veröffentlicht wurde, haben zwei amerikanische Wissenschaftlerinnen untersucht, ob denn wirklich ein Unterschied zwischen Montessori-Kindern und anderen Kindern besteht. Besonders interessant ist in diesem Fall, dass der Vergleich zwischen Kindern stattfand, welche alle eine Montessori-Einrichtung besuchen wollten, dies aber aus Platzgründen z.T. nicht konnten. Eine gut vergleichbare Gruppe Kinder also.
      Das Ergebnis spricht für sich: In den untersuchten Gebieten schnitten die Montessori-Kinder nie schlechter ab, mindestens gleichwertig und oft besser.
      Aus Copyrightgründen können wir den (englischen) Originalartikel nicht online stellen, zur Info verweisen wir aber gerne auch noch auf einen Artikel im Onlineservice des ORF, der sich auch mit dieser Studie beschäftigt hat und auf die (englische) Homepage einer der Autorinnen des Artikels.
  • Ist Montessori international?
    • Sogar sehr!
      Montessori-Schulen gibt es in aller Herren Länder, sogar (s.o.) in Exil-Tibet. Für viele Eltern die beruflich mobil sein müssen ist dies besonders wichtig. Die Schulsysteme verschiedener Länder (oder verschiedener Kantone!) unterscheiden sich teilweise sehr stark. Wer seine Kinder in eine Montessori-Schule gibt, hat aber die Sicherheit, dass zumindest die pädagogischen Methoden überall sehr ähnlich sind. Ein erforderlicher Schulwechsel kann so für die Kinder leichter tragbar werden.
  • Sind Montessori-Schüler weltfremd?
    • Nein.
      Diese Frage wird, so oder ähnlich verpackt, oft gestellt. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass in der Montessori-Pädagogik die Kinder ihren Interessen folgen dürfen und so die Dinge lernen, die sie gerade interessieren.
      Von Nicht-Montessorianern wird diese Art des Lernens aber gerne als «Ich mache, was ich will»-Lernen abgetan. Daraus resultiert wohl das Vorurteil.
      Interessant ist in diesem Zusammenhang zu wissen, dass z.B. sowohl der Gründer des Internetbuchhandels Amazon.com als auch die Gründer von Google Montessori-Schüler waren. So ganz weltfremd sind diese Herren sicher nicht. Geld ist zwar im Leben nicht alles, aber mit je 14’000’000’000 Dollar (Brin und Page von Google) bzw. 3’600’000’000 Dollar (Jeff Bezos von Amazon) lebt es sich sicher auch ganz ordentlich.