Hochbegabung – ein heikles Thema?

Die Frage ist provokant. Was soll denn an Hochbegabung heikel sein? Es ist doch bekannt, dass jeder Mensch ein Individuum ist – es gibt schnelle und weniger schnelle, grosse und weniger grosse, dicke und weniger dicke, schlaue und weniger schlaue…
Kurz, es gibt alle Arten von Menschen.

Und doch, im Gespräch über Hochbegabung ist immer wieder zu sehen, wie wenig tatsächliches Wissen und wie viele Vorurteile eben doch vorhanden sind. Hochbegabte sind kontaktscheu, haben grosse soziale Probleme, fangen früher oder später an zu spinnen – Klischees über Klischees, man hat sich in diesen so gut eingelebt, da stört die Wirklichkeit nur.

Wer sich jedoch mit dem Thema auseinandersetzt, stellt schnell fest, dass man sich darüber kaum mit anderen unterhalten kann, so sehr ist die Diskussion von Unwissenheit und Fehlwahrnehmung bestimmt. Oft reagieren Aussenstehende geradezu aggressiv, wenn das Gespräch auf eine mögliche Hochbegabung des eigenen Kindes kommt. Um einen Vater zu zitieren:
„Ich kann bestätigen, dass man mit niemand, ausser Eltern die selber hochbegabte Kinder haben, dieses Thema diskutieren sollte.“

Ansprechpartner gibt es also wenige, aber wer sich in das Thema einlesen möchte, dem empfehlen wir die ‚Fragen und Antworten zum Thema Hochbegabung‘ der Kapf-Stiftung, mit einer gelungenen Einführung in das Thema. Auch sehr interessant, wenn auch schon ein wenig älter, ist ein Artikel der Tübinger Begabtenforscherin Aiga Stapf, den wir mit freundlicher Genehmigung des Verlags hier als PDF bereitstellen.
(Die gesamte Veröffentlichung ist online hier zu finden.)

Und was hat das nun mit der Montessori Schule Seetal zu tun?

Nun, wer darüber liest, wie man Hochbegabte schulisch fördern sollte (Stichworte sind „Enrichment“ und „Acceleration“), der erkennt schnell, dass wesentliche Punkte der Montessori-Pädagogik wie

  • das individuelle Eingehen auf jedes Kind und seine Bedürfnisse
  • die Eigenverantwortung
  • das klassenübergreifende Lernen

gleichzeitig auch wesentliche Punkte der Begabtenförderung sind.
(Schlicht und ergreifend, weil damit jedes Kind – egal ob hochbegabt, normal begabt oder minderbegabt – nach seinen individuellen Möglichkeiten gefördert wird.)

Obwohl Montessori-Schulen in der Regel also keine Spezialklassen für besonders starke oder besonders schwache Schüler aufweisen, sollten sich auch Eltern, die individuelle Förderung für ihr hochbegabtes Kind suchen, die Montessori-Pädagogik sehr gut anschauen.

Bei Fragen hierzu wenden Sie sich gerne an uns – gerne an den Präsidenten unserer Genossenschaft, Thorsten Heitzmann.